Viele Menschen sind der Meinung, einen Gott, den gibt es nicht. Sie kommen spätestens dann zu dieser Überzeugung, wenn wieder einmal von einer großen Katastrophe berichtet worden ist, bei der viele unschuldige Menschen ihr Leben verloren haben. Andere sagen, wie kann Gott all die furchtbaren Gemetzel unter Menschen zulassen, die Morde, Folterungen, Kriege, Hungernöte? Und manche Menschen fühlen sich schon von Gott betrogen, wenn jemand stirbt, den sie sehr lieb gehabt haben. Am schlimmsten kommt dieses Gefühl in einem Menschen hoch, wenn ein lieber Freund oder ein Verwandter urplötzlich aus dem Leben gerissen worden ist, oder ein uns sehr nahestehender Mensch sehr leiden musste, bevor er dann im Tod endlich seine Ruhe gefunden hat.
Sollten wir dann nicht lieber uns selber bedauern, die wir noch keine Ruhe finden können?
Dann beginnen oft viele Menschen einmal für kurze Zeit damit, intensiv darüber nachzudenken, was denn überhaupt das ganze Leben soll. Wo doch am Ende doch nur der Tod auf uns alle wartet. Wir werden geboren, die jeweiligen Lebensverhältnisse können wir uns in der Regel nicht aussuchen, müssen zur Schule gehen, dann arbeiten gehen, ehe wir uns versehen, sind wir alt und grau und dann fragen sich viele: Soll das nun wirklich schon alles gewesen sein?
Jesus ging als Menschensohn einen sehr ähnlichen Weg. Über seine Kindheit und Jugendzeit wird nichts berichtet. Er arbeitete wahrscheinlich eine zeitlang als Zimmermann, eventuell führte er sogar Auftragsarbeiten für die Römer aus. Nebenher studierte er das Alte Testament, hörte vielleicht auch immer das Neueste über die Angriffe der Zeloten (jüdische Freiheitskämpfer) gegen die römische Besatzungsmacht. Ziemlich oft vielleicht, wurden gefasste Aufständische oder auch Verbrecher verurteilt und zum Tode durch Kreuzigung verurteilt. Für die Römer wird in diesen Tagen wahrscheinlich ein Menschenleben nicht besonders viel wert gewesen sein, besonders dann nicht, wenn es sich um Sklaven oder Angehörige aus besiegten Völkern gehandelt hat.
Johannes 3:34 Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt ihm den Geist nicht nach Maß.
Hat Gott den Römern ihren Geist vielleicht nach Maß gegeben, so dass sie vielleicht wirklich nicht wussten, was sie alles so taten an Verbrechen gegen die Menschlichkeit? Es gibt bestimmt viele Leute, die ziehen einen Helm nur deswegen an, damit andere nicht sehen sollen, wie durchscheinend hohl ihre Birne ist. Macht und Geld ist oft alles, woran solche Menschen denken. Und da sie sowieso immer nur auf Befehl von anderen handeln, was sie oft liebend gerne tun, brauchen sie nicht viel weiter zu denken, als bis zu ihrer Nasenspitze. Würden sie es aber einmal tun, dann würden sie vielleicht Gottes anderen nicht ganz so maßvoll gegebenen Geist begegnen, in der Gestalt ihres Nächsten.
Dem Sohn Gottes wurde sein Geist überhaupt nicht nach Maß gegeben, aber selbst das haben die mit schwachem Geist versorgten Menschen damals schon nicht erkannt. Jesus wusste ganz genau, wie es laufen würde, wenn er den anderen seinen optimalen Geist offenbaren würde. Sehr viele von den anderen würden es nicht ertragen können, wenn er ihnen mit der Wahrheit käme. Die Wahrheit ist, dass man seinem Nächsten nichts antun darf, von dem man nicht will, dass es einem selbst angetan wird.
Doch an der eigenen Nasenspitze ist ja oft schon Schluss. Wie es den anderen geht, ist vielen völlig egal. Aber Gott hat den Menschen den Geist nicht nach Maß gegeben, weil sie dann in ihrer Dummheit und in ihrem Egoismus verharren sollen, sondern er tat dies nur, damit die Menschen voneinander lernen sollen, was der beste Weg ist. Leider verläuft das Lernen aber sehr oft in verkehrter Richtung, so dass die Menschen mit wacherem Geist das ertragen müssen an Umständen, was die mit weniger wachem Geist, als völlig rechtmäßig und völlig in Ordnung als die Regel aufgestellt haben.
Dies musste damals auch Jesus am eigenen Leib erfahren. Dass jene, mit einem optimaleren Geist vernichtet werden, weil sie ja eine Gefahr für die übliche Ordnung darstellen, und diese übliche Ordnung besteht oft nur aus Gewalt und Hass gegen alles, was über die eigene Nasenspitze hinaus geht. Viele hassen sich darüber hinaus sehr gerne selbst, für ihre ihnen von Gott eigens für sie bemessene Dummheit. Denn ihr Geist wäre ja entwicklungsfähig, aber sie wollen ihren Geist gar nicht weiterentwickeln. So denken sie ihren Gott am liebsten einfach aus ihre Leben weg.
Morgen schon, so denken sicher viele, könnte ich mein Licht ausgeblasen bekommen, und bis dahin wollen sie so leben wie sie es wollen und ohne Rücksicht auf Verluste von anderen. Gott wird aus ihrer Sicht am besten eliminiert. Der erscheint ja doch nur auf der Bühne in Form vom Tod oder anderen und noch größeren Katastrophen. Und wenn diese Phänomene dann wirklich eintreffen, dann erinnern sich die Egoisten sehr gerne daran, dass es doch einen Gott gibt und über den sie zu den anderen sagen können: Seht Ihr, wenn Eurer Gott mal auftaucht, dann ist er nicht besser als wie wir. Also könnt Ihr auch gleich uns untertan sein, denn im Gegensatz zu Ihm sind wir auch nur harmlose Lämmer.
Jesus war am Ende der Bösewicht, der gekreuzigt werden musste, Gott ist ein Bösewicht, der auch eliminiert werden muss. Denn das, was er angeblich an Katastrophen, Leid und Tod verursacht, selbst das werden die mit ständig abnehmenden Geist mit der Zeit auch noch besser hinkriegen können – manchmal passt das Wort „kriegen“ doch optimal – und sie bekamen es noch besser hin!
Machen wir einfach alles so, was andere gerne wollen, dann haben wir auch unsere Ruhe noch vor der großen Ruhe. Hätte Jesus so gedacht, dann sähe es in der Welt jetzt vielleicht doch noch ein wenig schlimmer aus. Denn immerhin sind ein paar wenige unter uns, die seinem Beispiel gerne folgen wollen und an deren Nasenspitze noch lange nicht das Ende aller Dinge in Sicht ist.
Übrigens, „eli“ ist eine Bezeichnung für Gott, und „minieren“ (franz.) bedeutet ‚untergraben’. Wie aber will man immer weiter einen Willen untergraben bzw. zu versuchen zu eliminieren, den uns Gott nicht nach Maß gegeben hat, sondern der das Maß aller Dinge ist?
Und wer will wirklich mit seiner ganzen und deshalb nur menschlichen Überzeugung sagen können, dass mit dem Tod das Leben endet, wo wir doch noch nicht einmal wirklich begriffen haben, womit das Leben überhaupt und in großer Breite anfängt? Soviel uns an Maß zuzutrauen, damit hält Gott immer noch wohlweislich zurück. Und erst wenn jene soweit sind, deren Geist sich dem nähert, was Gott als über das Maß hinausgehend betrachtet, dann wird sich uns Gott auch bestimmt so zeigen wie er ist. Bis dahin soll auf seinen Wunsch hin, eben die Spreu vom Weizen getrennt werden. Denn Gott weiß schon, was er tut. So wie es auch sein Sohn wusste, der bestimmt hoffte, dass es bis es soweit ist, es noch sehr viele lernen mögen.

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