Das was in der Bibel steht auch richtig zu verstehen, ist nicht immer so einfach. Etwas zu lesen, bedeutet noch lange nicht, auch den Sinn davon richtig zu begreifen. Das beste Beispiel dafür ist die Offenbarung des Johannes. Schon fast seit der Zeit, da dieses Buch geschrieben worden ist, wird versucht deren Inhalt auch auf die jeweilige Zeit in der die Menschen leben zu übertragen. Je näher schlimme Zeiten heranzurücken scheinen, umso mehr wird von vielen Menschen versucht, dies mit dem Prophetenwort im Buch der Offenbarung in Einklang zu bringen. Besonders momentan scheinen wir in einer Periode der Welt zu leben, auf die alles wunderbar zu passen scheint, was dieses Buch so an Bildern hergibt. Eine noch nie zuvor da gewesene Trübsalzeit erwartet uns alle noch, ist die beliebteste Theorie in diesem Zusammenhang, und womit wir es in Kürze zu tun haben sollen, wird dann gerne als die Apokalypse bezeichnet. Was bedeutet, dass das Ende unserer Welt wieder einmal kurz bevor stehen soll. Doch oh Schreck, diesmal so sagen viele, sei es definitiv und endgültig soweit.
Das Buch der Offenbarung ist ein offenes Buch, d.h. es ist unverschlüsselt, so dass jeder, der es lesen kann, es auch verstehen müsste. Denn genau dafür ist es geschrieben worden. Schon der Prophet Habakuk schrieb ca. 700 Jahre v. Chr.: „Schreibe die Offenbarung nieder und grabe sie in Tafeln ein, damit man sie geläufig lesen kann!“
Die Offenbarung ist eine Enthüllung von Ereignissen, oder meiner Meinung nach sogar von nur einem einzigen Ereignis, was aber für alle Menschen von enormer Wichtigkeit ist. Weil es nämlich ALLE Menschen gleichermaßen betrifft. Dies uns aber dann zum Lesen verschlüsselt anzubieten, so wie es trotzdem viele meinen, dass es die Offenbarung des Johannes ist, wäre doch Unsinn. Warum aber dann alle damit Probleme haben, kann sicherlich auf die Art zurückzuführen sein, in der die Offenbarung verfasst worden ist. Besagter Johannes hat dazu eine phantastische Bildsprache gewählt, die sehr an das Alte Testament angelehnt ist. Liest jemand zuerst die Offenbarung und dann die Bücher des AT, dann müsste es eigentlich bei ihm zu einem Aha-Erlebnis kommen. Denn viele Passagen und einzelne Verse, des AT finden sich in ähnlicher Form auch in der Offenbarung wieder.
Etwas gewaltiges, etwas allumfassendes, ein einzigartiges Ereignis zu beschreiben, wie würden Sie das machen? Ein Hebräer hat dazu bestimmt seine eigenen Vorstellungen. Da er aus einem ganz anderen Kulturkreis kommt und damit auch eine völlig andere Sprache sein eigen nennen kann als wir, sollten wir versuchen uns ihm in dieser Hinsicht anzupassen und uns nicht gedanklich querstellen und der Meinung verfallen, ihm etwas andichten zu können, was er gar nicht so gemeint hat. Wie hätte jemand aus damaliger Zeit auch wissen sollen, dass die heute lebenden Menschen alles mit Vorliebe komplizierter machen als es ist? Doch mit anderer Kultur und völlig anderem Sprachempfinden noch nicht genug, denn ein Hebräer hat auch eine ganz andere Logik als wir Westeuropäer. Um das deutlich zu machen, umschrieb es jemand so:
„Wenn für uns a=b ist und b=c, dann ist für uns auch a=c. Dies ist aber für einen Hebräer noch lange nicht so“.
Wie soll man das jetzt einem Westeuropäer verständlich machen, der zudem 2000 Jahre später lebt als die Offenbarung verfasst worden ist?
Ich möchte es einmal probieren. Dazu nehme ich folgenden Vers aus dem Jakobusbrief des Neuen Testaments.
Jakobus 5,17 Elia war ein Mensch von gleicher Empfindung wie wir, und er betete ein Gebet, daß es nicht regne; und es regnete drei Jahre und sechs Monate nicht auf das Land. Und wieder betete er, und der Himmel gab Regen, und das Land ließ seine Frucht keimen.
Elia ist eine wichtige Person des Alten Testaments (vgl. 1. und 2. Buch der Könige). Was muss das für eine trübselige Zeit gewesen sein, als es drei ein halb Jahre lang nicht geregnet hat? Wenn es bei uns im Sommer mal einen Monat lang nicht regnen würde und dazu brütende Hitze anstände, dann wäre bald alles vertrocknet und die Menschen kämen wahrscheinlich in große Not. Worauf uns Jakobus aber besonders aufmerksam machen will, ist meiner Meinung nach der Zeitraum von drei Jahren und sechs Monaten.
Wissen Sie, dass Jesus Christus ab der Taufe durch Johannes den Täufer genau drei Jahre und sechs Monate lang das Reich Gottes gepredigt hat? Und das der Prophet Daniel verschlüsselt darauf hinwies, indem er diesen Zeitraum als „eine Frist und zwei Fristen und eine halbe Frist“ benannte?
In damaliger Zeit wurde noch nach dem Mondkalender gerechnet und somit hatte ein Monat genau 30 Tage. Eine Frist bezeichnet den Zeitraum eines Jahres, 360 Tage; Zwei Fristen sind zwei Jahre, was 720 Tage ausmacht; Eine halbe Frist ist ein halbes Jahr, 180 Tage.
Rechnet man die Tage nun zusammen, dann kommt man genau auf 1260 Tage. In dieser Zeit könnte eine ganze Welt zugrunde gehen, wenn es gar nicht regnen würde. Ohne Wasser stirbt alles Leben. Für jene, die es miterleben müssten, und vor allem für die Welt selbst, wäre es bestimmt die größte Drangsal aller Zeiten.
Dieser Zeitraum nun, mit einer langsamen Steigerung der Bedrängnis in den letzten sieben Tagen und schließlich seiner Kreuzigung am letzten Tag seiner Verkündung des Reiches Gottes, erfuhr Jesus Christus sinnbildlich für die gesamte Menschheit die größte Drangsal seines Lebens. Eigentlich von Anfang an, versuchten Ihn die damaligen Religions- und Volksverführer zu töten. Jesus sagte aber bis fast zur letzten Woche während seines irdischen Lebens immer, noch wäre seine Zeit nicht gekommen. Aber in der Nacht, als sie dann kamen um Ihn zu verhaften, da wurde er schon ein wenig unruhig. Er wusste unglaublicher Weise schon vorher, dass er am Kreuz sterben würde und sagte es auch vorher schon mehrere Male zu anderen. Doch so richtig zu glauben, schienen es Ihm bis es dann passiert ist, die anderen aber nicht. Dazu sagte Jesus ja auch noch, dass er drei Tage später wieder auferstehen würde. Würde das heute jemand sagen, man würde ihn für einen Spinner halten. Aber dann geschah es was Christus betrifft, tatsächlich.
Was der Prophet Daniel noch verschlüsselt kundgab, das sagte Jesus der Welt ganz offen. Aber auch das offene Wort, wollte einfach von den Menschen damals nicht verstanden werden. Was fehlte, war bestimmt der rechte Glaube. Erst wenn etwas, das prophezeit worden ist, auch eintritt, dann sind die meisten Menschen auch dazu bereit es zu glauben.
Hätte damals Elia jemand geglaubt, dass er bereits eine Vision von Jesus gehabt hat und wie lange dieser das Reich Gottes predigen würde? Hat er also, als er betete, vielleicht gar nicht an Regen und Dürre gedacht, sondern vielmehr daran, dass der Messias kommen wird, und als er erneut betete, hat er da vielleicht daran gedacht wie es wäre, wenn die Welt neu erschaffen würde, indem er sie mit dem Land verglich, worin neue Frucht keimt? Ist Jesus nicht so etwas gewesen wie eine neue Frucht, die aus dem Land hervorkeimte, das man gemeinhin als das Totenreich bezeichnet?
Alle Propheten sagen übrigens auf ihre Art, das Kommen des Messias voraus, und dass Er nach drei Tagen wieder auferstehen würde. Praktisch läuft alles was in der Bibel steht, auf dieses besondere Ereignis als so etwas wie einen kolossalen Höhepunkt hinaus. Ja, man könnte fast wirklich sagen, die ganze Bibel wäre ein einziges in sich geschlossenes Gleichnis, das darauf wartet von allen Menschen verstanden zu werden. Doch wer vermag die Schrift im Ganzen so zu verstehen? Das Schrift wird daher viel lieber zerpflückt und dann bekommen jene, die sie zerpflückt haben, sie nicht mehr zusammen. Dabei ist es im Ganzen so etwas wie die Erfüllung aller Wünsche der Menschen, nämlich den Tod so besiegen zu können, wie es Jesus vermochte. Warum aber so viele Menschen erpicht darauf sind, das Ende der materiellen Welt herannahen zu sehen, wo sie es aber anscheinend noch nicht einmal begriffen haben, dass die Welt ist geistlicher Hinsicht vor ihren Augen schon längst neu erschaffen worden ist, das ist mir schleierhaft. In dem Augenblick wo Jesus auferstanden ist, war das der Beweis dafür, dass es noch eine andere neue Welt gibt, in der wir nach unserem Tod wieder leben werden. Wer es verstanden hat, der kann dort jetzt schon im Geiste leben, ist von den Toten praktisch auferstanden und über so einen Menschen hat selbstverständlich der Tod als solcher keine Macht mehr. „Tod wo ist Dein Stachel?“
Einen Weltuntergang, so wie ihn sich viele Menschen zur Zeit vorzustellen wagen, wird es meiner Meinung nach nicht geben. Muss es doch auch gar nicht! Warum, so fragte Jesus einmal seine Jünger, haltet ihr Ausschau nach dem Ende, wo ihr doch den Anfang noch gar nicht entdeckt habt?
Elia hatte den Anfang schon lange vorher gesehen, und so auch Daniel und einige andere, denen Gott die Weitsicht dazu schenkte. Deshalb durften sie auch das Ende sehen. Und das Ende war ein neuer Anfang, eine neue Welt, ohne Leid, Schmerz und Tod.
Johannes, der die Offenbarung verfasst hat, der war Zeuge des Untergangs einer Welt, man könnte auch sagen, seiner Welt, indem er Jesus am Kreuz sterben sah. Aber Johannes war auch Zeuge des Aufkeimens einer neuen Welt, die Jesus bis heute und für alle Zukunft ebenso ausmacht. Jesus IST DIE NEUE Welt, denn Er ist die Auferstehung und das Leben, und die ganze Offenbarung ist nichts anderes, als eine Darstellung dieses einen großen Ereignisses in malerischen Worten. Für jene, denen das zu verstehen schwer fällt, weist die Bibel sogar noch gesondert darauf hin.
Galater 3:1 O ihr unverständigen Galater, wer hat euch bezaubert, der Wahrheit nicht zu gehorchen, euch, denen Jesus Christus als unter euch gekreuzigt vor die Augen gemalt worden war?
Die Offenbarung kann vielleicht andererseits mit ihren einzelnen Abschnitten, auch mit einem sich wiederholenden, sich dabei immer mehr steigernden Musikstück verglichen werden. Von den Siegelgerichten an, über die Posaunengerichte, bis hin zu den Zornesschalen, wiederholt sich das Bemühen von Satan, seine eigene Haut zu retten. Dabei blutet jemand, der von Gott dafür bestimmt worden ist. Mutig zieht der König der Könige in den Kampf gegen den Widerwirker, dem es immer nur um sich selbst gegangen ist. Egal wie viele Menschen dafür ins Gras beißen mussten und noch müssen, weil sie auf der falschen Seite stehen. Aber einer stellte sich ihm herausfordernd in den Weg und das ist der Friedefürst Jesus Christus. Wunderbar vor allem für uns Menschen, denn Jesus kämpfte seinen Kampf für uns alle am Kreuz und in den drei Tagen danach, bis zu seiner Auferstehung.
Man muss sich vorstellen, da stirbt praktisch eine ganze Welt in 1260 Tagen, wobei die letzten sieben Tage für die Welt die schlimmsten gewesen sind, so als wenn kein Tröpfchen Regen mehr gefallen und alles was es an Leben noch gab, verdorrt wäre. So dass am Ende der Tod über alles triumphierte. Doch er hat sich zu früh gefreut, denn nach drei Tagen kam neues Leben aus der verdorrten Erde, in Gestalt vom wieder auferstandenen Jesus Christus.
Nun war das Werk Gottes wirklich gänzlich vollendet, und das wusste Jesus schon vorher, als Er nämlich zu seinem Vater in den Himmel hineinrief: „Es ist vollbracht!“ Und schon vorher verkündete Er es, in dem Er sagte:
Matthäus 5:17 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen! Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Warum sollte also noch mehr kommen müssen? Denn ist das was Jesus für uns alle erreicht hat, noch nicht genug? Was gibt es mehr als den Beweis, dass es möglich ist Satan und seinen Bruder, den Tod, zu besiegen, wenn man selbst nur bereit dazu ist, Jesus als seinen Wegbereiter und Retter anzuerkennen?
Ein kleiner Hinweis am Rande: Versuchen sie einmal, 1260 mit irgend einer anderen Zahl zu multiplizieren. Die Quersumme des Ergebnisses wird zuletzt immer 9 sein.
1260, Quersumme 9. Die Zahl 9 ist die Zahl der Vollkommenheit. Willkommen in der vollkommenen Welt, in der es keinen Tod mehr gibt. Jesus Christus geleitet uns dorthin, Er, der seitdem unermüdlich dabei ist, seine Schafe zu sammeln.
Lesen Sie auch einmal Jesaja Kapitel 9 und wer dort angekündigt worden ist von diesem Propheten. Mag sein, Sie finden es wie ich einfach WUNDERBAR.